Bis an die Grenzen menschlicher Kapazitäten

Bis an die Grenze menschlicher Kapazitäten

Wir sind Menschen und keine Maschinen. Ja, wir können viel, unglaublich viel schaffen und meistens mehr, als wir für möglich gehalten hätten. Die richtige Stimmung, Motivation und Selbstdisziplin werden Berge versetzen. Bei all dem bleibt oft eines auf der Strecke: Grenzen des Machbaren. Und genau darum geht es heute.

Jeder hat eine Grenze

Was uns von Maschinen unterscheidet, die 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche (24/7-Betrieb genannt) durcharbeiten, beschränkt sich nicht ausschließlich auf unsere Emotionen. Vielmehr haben wir körperliche Grenzen. Eine Zeit lang lässt sich die Grenze überschreiten und mehr Kraft aus deinem Körper zerren, als es gesund ist.

Davon erholst du dich, indem du es danach ruhiger angehst und entspannst. Du tankst Kraft, um dich nach einem anstrengenden Projekt zu erfrischen und mit aufgefüllter Batterie die nächste Baustelle in Angriff zu nehmen. Eine Maschine lässt sich reparieren, wenn ein Bauteil kaputt geht – wir nicht.

Trotz allem hat jeder Mensch, egal, wie zuverlässig und belastbar er sonst sein mag, seine Grenze. Überschreitest du regelmäßig deine Grenze und übertreibst es mit dem täglichen Arbeitspensum, kommt die organische Maschine ins Stocken. Erste Risse tauchen auf, Anzeichen einer Überlastung durch die anhaltende Spannung.

Das familiäre, soziale Umfeld leidet. Bist du zu geschafft, um was zu unternehmen? Stell dir die Frage: Hast du keine Lust auf die Unternehmung oder bist du so geschafft von der Arbeit, dass du die Ruhe um jeden Preis benötigst? Im Falle der benötigten Ruhe darf es nicht der Regelfall werden, Freunden und Familie abzusagen. Treffe eine Entscheidung, wie du vorgehen willst. Auf Dauer nimmt man es dir übel und du kapselst dich ab.



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Steigende Anforderungen bei gleicher Leistungsfähigkeit

Sicher, im gewissen Rahmen lässt sich deine Leistungsfähigkeit steigern. Durch strukturiertes Arbeiten, Routine und geeignete Organisation wirst du produktiver. Dein Hirn ist weniger aktiv, wenn du stets dieselben Tätigkeiten ausführst und du senkst die nötige Konzentration. Die Mehrheit der Menschen halten körperlich anstrengende Arbeit für den Kraft-Killer, dabei sind es gerade die Kopfarbeiten, die dich stressen. Dauerhafte Konzentration auf deine Arbeit erfordert enorm viel Kraft.

Erhöhte Produktivität muss nicht gleichzusetzen sein mit ansteigendem Stress. Das setzt voraus, dass du Techniken findest, entspannter zu arbeiten und trotzdem mehr zu erreichen. Ein erster Schritt ist zielgerichtetes Arbeiten, ohne körperliche Mehrleistungen aufbringen zu müssen. Überleg dir bei jeder Aufgabe, was dein Ziel ist und arbeite darauf hin.

Dem entgegen steht der Druck, der in vielen Unternehmen herrscht. Das anfallende Arbeitsvolumen steigt, es wird stressiger und am Personal vielerorts gespart. So ist das Personal gezwungen, mehr zu erreichen, als es kann und die Verschnaufpausen entfallen. Ich habe mal gelesen, dass viele Angestellte gar nicht in den Bereichen eingesetzt werden, für die sie sich am besten eignen. Fachkompetenz fehlt und die Effizienz sinkt – keine gelungene Kombination.

Ob du Chef oder ein anderer Verantwortlicher bist, du solltest nie vergessen, dass es sich um Menschen und nicht Maschinen handelt. Jeder ist ein Individuum und hat Bedürfnisse und Fähigkeiten, die ihn zu etwas Besonderem machen. Die speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten deines Mitarbeiters zu fördern oder zu nutzen, hilft dir. Du profitierst davon, denn Kunden werden sich bei dir gut aufgehoben fühlen. Dein Mitarbeiter fühlt sich verstanden und respektiert, der Job macht ihm Spaß und motiviert ihn, weil er das tun darf, was er am besten kann.

Wie du den Teufelskreis durchbrichst …

Zugegeben, ich habe durch neue Arbeitsweisen und gestiegene Motivation dieses Jahr mehr erreicht als je zuvor. Und das stressfreier. Der negative Gedanke, wieder einmal keinen Fortschritt erzielt zu haben, entfällt. Ich lege Aufgaben fest und setze konkrete Ziele. Allein das spart Kraft, indem ich nicht täglich aufs Neue darüber nachdenke, was ansteht. Struktur und gute Organisation verhelfen mir zu Produktivitätsschüben. Das Antrainieren von Gewohnheiten ebenso. Dennoch bleibt eine Grenze der Leistungsfähigkeit bestehen, der ich mich nicht entziehen kann.

Eine Allgemeinlösung gibt es nicht. Kündigst du deinen Job, fehlen dir das Geld, Rente und so weiter. Wirst du zu oft krank, wirkt sich das negativ auf Arbeitsverhältnis und Gesundheit aus. Hast du keinen Job und findest keinen Ersatz, verändert sich dein gesamtes Leben. Der Durchschnittsbürger mag denken, einen neuen Job zu finden sei ein Kinderspiel, sofern man es will. In der Realität sieht das anders aus. Am Burnout zu erkranken ist genauso wenig sinnvoll, denn wenn du darunter leidest, hat dein Körper die Notbremse ohne dein Einverständnis gezogen.

Deshalb wäre der erste Schritt, dir deiner Probleme bewusst zu werden und festzustellen, wann und wo du deine Grenze überschreitest. Wirke dem entgegen, indem du die Arbeitsprozesse optimierst oder dein Zeitmanagement überarbeitest.



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… und Entscheidungen triffst

Beispiel:

E-Mails und deren Bearbeitung

Du hast viele Kundenkontakte sowie Anfragen und Diskussionen? Gut. Denn Kunden sind nur selten geduldig. Kaum einer verinnerlicht, wie er sich über andere aufregt, die ihn „nerven“ und wie es diesen Menschen ergeht, wenn er dasselbe tut. Stattdessen fragen sie an, wo das Angebot bleibt, rufen dich an und unterbrechen damit deine Arbeit und sorgen eher dafür, dass sich die Bearbeitung weiter verzögert (anstelle sie zu beschleunigen). Schlimmstenfalls in einem Tonfall, der alles andere als höflich ist. Allerschlimmstenfalls telefonieren sie so lange mit dir, dass du in derselben Zeit ihr Anliegen hättest bearbeiten können.

Mögliche Lösung

Legst du die Bearbeitung deiner E-Mails auf einen früheren Zeitpunkt des Tages, mag sich Arbeit einsparen lassen, weil die Anfragen entfallen. In diesem Moment ist dein Zeitmanagement nicht optimal. Weniger Zeitaufwand und sinkendes Stressniveau resultieren aus der zeitlichen Verschiebung.

Hilft all das nicht mehr, wäre es ratsam, ein Gespräch mit einem dir Vertrauten oder dem Chef/Leitenden Angestellten zu suchen. Je nachdem, wie offen dein Arbeitgeber für solche Gespräche ist, könnten sich Lösungen finden lassen – und zwar gemeinsam im beiderseitigen Interesse.

Immer am Limit deiner menschlichen Kapazitäten zu balancieren ist keine Dauerlösung. Die Folge daraus kann Burnout sein. Dein Leben könnte jeden Tag vorbei sein (Unfall, Krankheit, was auch immer). Deine wertvollsten Güter sind deine Gesundheit und Arbeitskraft. Schütze und erhalte sie mit allen dir zur Verfügung stehenden Mitteln. Kein Mensch weiß, wie viel Zeit ihm bleibt, also mach das Beste aus deiner Zeit.


Kennst du die Grenze deiner menschlichen Kapazitäten? Teile jetzt deine Meinung unten in den Kommentaren oder auf Facebook mit uns! Ich freue mich darauf, von dir zu hören!


Marcel Niggemann

Über

Marcel Niggemann ist als Kaufmann im Einzelhandel in einer PC- und Multimedia-Abteilung tätig. Er weist eine über 20-jährige Erfahrung im EDV-Sektor auf. Seit 2008 veröffentlicht er Romane sowie Ratgeber und führt seit 2017 diesen Blog.