Buchplanung mit Vorlagenpaket

Buchplanung mit Vorlagenpaket

Ein Buch zu schreiben ist harte Arbeit und die Buchplanung beansprucht seine Zeit. Umso besser ist es, wenn man nicht bei jedem frischen Projekt alles von vorn anfangen und sammeln muss. Damals kamen bei mir auf das Nötigste zusammengefasste Vorlagen zum Einsatz . In den letzten Jahren habe ich mein Vorlagenpaket erweitert und empfehle dir aus meiner Erfahrung heraus, meinem Beispiel zu folgen. Dank deines personalisierten Vorlagenpakets kannst du zügig arbeiten und die wichtigsten Regeln beachten.

Mit Vorlagen schreibst du bessere Romane

Ein Vorlagenpaket für das Romanschreiben zu erstellen, ist eine lohnenswerte Angelegenheit. Wenn ich überlege, wie viele Stunden ich in die Erstellung meines Vorlagenpakets investiert und mich fortgebildet habe, sollte das Ergebnis sich sehen lassen. Und das tut es. Für alle Fälle habe ich die passende Vorlage zur Hand, sodass die Buchplanung zielgerichtet erfolgt.

Es fängt an beim Ausarbeiten der ersten Idee, bis hin zur Planung deiner Schauplätze, der Welt und aller beteiligten Figuren. Berücksichtige, dass nicht alles, was in den Vorlagen enthalten ist, im Buch erwähnt werden muss/sollte. Das würde den Rahmen sprengen und den Leser auf Dauer langweilen und überfluten. Viel mehr geht es um ein rundum geschmeidiges Ergebnis im Hintergrund. Du – und niemand sonst – solltest alles über die Figur wissen, denn viele Eigenschaften musst du nicht im Roman erwähnen, damit der Leser sie entdeckt (Stichwort: Zeigen, nicht behaupten!). Weder kann sich dein Leser alle Details merken – noch möchte er es, denn damit raubst du ihm die Aussicht, seine Fantasie spielen zu lassen.



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Deine Vorteile durch Romanvorlagen

Abgesehen davon, dass du Zeit bei der Planung zukünftiger Projekte sparst, beherzigst du Schreibregeln. Klug ist, wer die Schreibregeln in die Vorlagen integriert und damit im Planungsprozess berücksichtigt. Allein dadurch, indem du alles in die Bögen einträgst, ermöglichst du dir Vergleiche zu ziehen.

Beispielsweise zwischen Protagonist und Antagonist. Oder ein Vergleich der Schauplätze – unterscheiden sie sich ausreichend? Überträgst du das Gesamtbild, das du von deiner Welt präsentieren willst, in jeden Schauplatz oder widersprechen sie? Sie sollen kein Einheitsbrei sein, sondern sich unterscheiden – die Grundstimmung muss zusammenpassen. Zu krasse Gegensätze wirken befremdlich. Vergleiche lösen deine Probleme.

Du erlangst Vorteile durch die Erstellung eines Vorlagenpakets:

  • Du arbeitest zielorientiert und sparst Zeit
  • Du konzentrierst dich auf das Wesentliche
  • Regeln oder wichtige Merkmale zu vergessen, ist nahezu unmöglich
  • Das Planen läuft entspannter ab
  • Bei einem neuen Projekt brauchst du Vorlagen nicht von Grund auf neu erstellen – Ordner mit den Vorlagen kopieren, umbenennen und weiter gehts
  • Arbeite in Stichpunkten und fasse dich kurz – du erreichst Übersicht und kannst dich zeitsparend durch die Vorlagen bewegen, wenn du etwas suchst

Diese Vorlagen gehören zur Grundausstattung eines Autors

Jeder stuft Vorlagen mit anderer Wichtigkeit ein, aber ein paar bleiben für alle Projekte gleich. Sie bilden das Fundament deiner Geschichte. Die nachfolgenden Bögen empfehle ich dir, zu erstellen:

Figuren
  • Protagonist
  • Antagonist
  • Nebenfiguren
  • Gegenüberstellung Protagonist/Antagonist
Schauplatz
  • Gebiete
  • Schauplätze
  • Gesamtübersicht
Feind / Monster / Gegenspieler
  • Konzerne
  • Regierungen
  • Volk
  • = Dieser Bogen ist nicht gleichzusetzen mit dem Antagonisten
Plot
  • Hauptplot
  • Subplot
  • Wichtigste Ereignisse
  • Vergangenheit
Spannung / Spannungsbogen
  • Wichtige Ereignisse
  • Geheimnisse
Rassen / Völker
  • Alien-Rasse
  • Rassen in Fantasy wie Elfen oder Zwerge
Zielübersicht deiner Figuren
  • Übersicht aller Figuren

Ich nutze eine Vielzahl weiterer Bögen. Klar, es kommen nicht alle für jedes Projekt zum Einsatz und es richtet sich nach der Art der Geschichte, wie ausführlich ich die Planung durchführe. Grundsätzlich musst du nicht alles ausfüllen, was in den Bögen enthalten ist, sondern nur das, was für deine Geschichte relevant ist. Dies sind alle Dokumente, die ich in mein Vorlagenpaket integriert habe:

Anfangs-/EndübersichtBackstoryFeindbogen (Menschen)
Feindbogen (Monster-Rassenübersicht)FigurenFiguren-Gegenüberstellung
Foreshadowing-ÜbersichtHorror-EntwicklungIntegrationssammlung
KampfprotokollKapitelendenübersichtKonflikt-Gegensätze (Protagonist/Antagonist)
Monster (einzelne Kreatur)NebenfigurenPlaneten
PlotPlot-EntwicklungSchauplatz-Gesamtübersicht
SchauplatzSchmetterlingseffekteShow, don’t Tell-Konstruktionen
SpannungskurveÜberarbeitungslisteÜberraschende Wendungen
VölkerWaffenWordcount (Statistik)
Zielübersicht (Figuren)Zeitplanung

Natürlich richtet es sich nach dem Genre, in dem du schreibst. Jemand, der ein Drama im 2. Weltkrieg ansiedelt, benötigt keinen Bogen über Monster oder Alien-Rassen. Hast du dich nicht auf ein favorisiertes Genre eingeschossen, empfehle ich, Bögen für alle Fälle zusammenstellen. Der Übersicht halber rate ich dir, überflüssige Vorlagen aus dem Ordner des jeweiligen Projekts zu löschen. Nichts ist schlimmer als unnötiger Ballast.



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Das ideale Vorgehen beim Erstellen der Vorlagen

Normalerweise wollen Menschen mit geringstem Einsatz bestmögliche Ergebnisse erzielen. Wenn du anfängst, dein Vorlagenpaket zu erstellen, investiere lieber alle Zeit der Welt, um deinen inneren Kritiker zufriedenzustellen. Am Ende zahlt es sich aus und wertet deine Planung und somit das Projekt qualitativ auf. Vorausgesetzt, die Vorlagen entsprechen deinen Vorstellungen, wirst du Spaß haben, sie einzusetzen. Das ist ein Grund mehr, sich intensiv im Vorfeld mit deinen Bögen zu beschäftigen. Bist du nicht überzeugt von ihnen, findest sie abstoßend, wird ihr Einsatz zu deiner Qual. Deswegen: Zeit investieren, zufrieden sein! Etwas fehlt? Finde den Fehler und korrigiere ihn zu deiner Zufriedenheit.

Je mehr Wissen du dir aneignest, desto öfter wirst du deine Vorlagen auf den neuesten Stand bringen. Eine Sache ist entscheidend: Beende zuerst das laufende Projekt, ehe du dich an die Erstellung des Vorlagenpakets begibst, weil die Zeit fehlt, an beiden Aufgaben parallel zu schuften. Kaufe dir Schreibratgeber, Bücher über Psychologie (für die Figurenplanung) und denk ein wenig außerhalb des üblichen Rahmens, wenn du neue Punkte für deine Vorlagen finden willst. Kreative Ansätze integrierst du auf Vorlagenebene und gibst dir bei der Planung Denkanstöße.

Denk daran: Es gibt kein Limit für die Anzahl an Vorlagen! Wenn dir jemand erzählt, wie er arbeitet, gewinnst du fremde Sichtweisen für deine eigene Arbeitsweise. Zu viel ist es dann, wenn du mehr Vorlagen erstellst und längere Texte als in der eigentlichen Geschichte schreibst. Beim Schreiben fallen dir eh neue Dinge ein (was nicht heißt, dass du sie nicht im Schreibprozess in die Vorlagen einbinden darfst!).

Um den Ballast innerhalb der Vorlagen loszuwerden, solltest du alles herauslöschen, was du für das jeweilige Projekt nicht benötigst. Sonst blähen sich deine Vorlagen mit leeren Absätzen und Punkten deiner Planung auf, die du beim Einsatz der Dokumente überfliegen und durchscrollen musst – kostet dich Nerven und wertvolle Zeit.

Woher bekomme ich die Informationen für mein Vorlagenpaket?

Ich habe über vier Jahre hinweg Schreibratgeber und Blog-Artikel anderer Autoren zum Thema Buchplanung gelesen. Deren Tipps, wie man ein Buch schreibt und was man zu berücksichtigen hat, haben mir geholfen, mein Wissen und meinen Horizont zu erweitern. Außerdem habe ich viele Versuche durchgeführt und mich überwiegend um ein eigenes Planungssystem gekümmert, das ich zukünftig einsetze (Artikel dazu folgen später).

Infolge der (tausenden) Seiten, die ich gelesen habe, kamen eigene Einfälle und Ratschläge der Autoren, die ich in meine Vorlagen aufgenommen habe. Mit einer simplen Sammlung in Scrivener fing es an, einer Art Datenbank über das Schreiben. Es mündete in der Integration in die (vorläufig) finalen Fassungen meiner Bögen. Die Erprobung deiner Vorlagen in der Praxis wird zeigen, ob etwas fehlt; eine Ergänzung ist jederzeit möglich. Ich vermute, Vorlagen verlieren naturgemäß niemals den Status „Work in Progress“ und unterliegen regelmäßiger Kontrolle.

Wenn du etwas liest, was in eine deiner Vorlagen passt, füttere Evernote damit und integriere es, wenn du genug Material angesammelt hast. Plane bei ausreichender Menge eine Stunde Arbeit ein und erledige es am Stück. Das ist der beste Weg, dein individuelles Paket zusammenzuschnüren, das zu dir und deiner Arbeitsweise sowie zu deinem Schreibstil passt.


Was für Vorlagen nutzt du? Welche Vorteile bringen deine Vorlagen mit sich und was für Erfahrungen hast du in der Praxis gesammelt? Teile jetzt deine Meinung unten in den Kommentaren oder auf Facebook mit uns! Ich würde mich freuen, wieder etwas zu lernen.


Marcel Niggemann

Über

Marcel Niggemann ist als Kaufmann im Einzelhandel in einer PC- und Multimedia-Abteilung tätig. Er weist eine über 20-jährige Erfahrung im EDV-Sektor auf. Seit 2008 veröffentlicht er Romane sowie Ratgeber und führt seit 2017 diesen Blog.