Entwicklungsbogen für Horror-Autoren

Der ultimative Entwicklungsbogen für Horror-Autoren

Gute Ideen fallen viel zu selten vom Himmel und jeder Autor kennt die Schwierigkeit, auf Knopfdruck frisches, unverbrauchtes Material hervorzuzaubern. Greifst du in deinen Hut und das Kaninchen ist vorher stiften gegangen, stehst du mit leeren Händen da. Ist das nicht der Horror? Willst du das verhindern, dann lies weiter, um den ultimativen Entwicklungsbogen für Horror-Autoren kennenzulernen.

Die zündende Idee ausarbeiten

Bevor du den Beitrag liest, empfehle ich dir, die Vorlage herunterzuladen und anzuschauen. Ziel des Entwicklungsbogens ist es nicht, Grundideen zu produzieren, sondern dich zu unterstützen, deine Geistesblitze, Handlungen und Schauplätze zu verbessern.

Beginne erst mit dem Ausfüllen, wenn du einen Schauplatz vor deinem inneren Auge abspielst. Optimal ist es, wenn du vorab ein Monster oder einen Antagonisten ausarbeitest, den du in deinem Kopfkino mitspielen lässt. Damit steigerst du die Bedrohung in deiner Szene und schneidest es auf dein Projekt zu. Natürlich musst du die Planung noch nicht abgeschlossen haben, aber ein Grundriss desjenigen, der die Bedrohung darstellt, ist empfehlenswert.

Es sei denn, du planst nicht den Auftritt des Bösewichts, sondern das Erzeugen von Gruselstimmung und schweißtreibender Atmosphäre. Hierfür genügt dir ein Schauplatz. Überflüssige Fragen löscht du und sorgst für Übersicht.



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Arbeite mit den Gefühlen

Beginne mit den Gefühlen. Beantworte alle Fragen im Entwicklungsbogen, indem du dir vorstellst, selbst vor Ort zu sein. Gehe bitte nicht von deiner Figur aus, sondern spiele im Kopf durch, was DU empfinden würdest. In der Kategorie „Gefühle“ dreht sich alles um den Schauplatz an sich und die Ängste, die er in dir hervorruft.

Sofern du ein Foto des Schauplatzes hast (suche notfalls eines zur Inspiration bei Google), gelingt es dir, tiefer in das Kopfkino abzutauchen und eigene Ideen in die Umgebung einfließen zu lassen. Der Schlüssel zum Erfolg lautet „Visualisierung“.
Ist kein Foto vorhanden, rate ich, eine Skizze zu erstellen. Beim späteren Schreiben der ersten Fassung wirst du wissen, wie der Schauplatz während der Planungsphase aussah und greifst bei Bedarf auf die Skizze zurück.

Interessant wird es, wenn du eigene Erinnerungen abrufst und mit dem Foto/Schauplatz verknüpfst. Bist du bei Nacht durch eine verlassene Straße gegangen? War es gruselig und hast du irgendwo Stimmen gehört, Geräusche aus der Nähe? Was hast du empfunden? Begib dich bitte auf die Reise, ohne voreingenommen zu sein. Alles, woran du dich erinnerst und erlebt hast, wird sich auf deine Romanfigur übertragen lassen.

Sammle die Sinneswahrnehmungen

Eine Geschichte wirkt lebendiger, wenn es dir gelingt, dass sich deine Leser mitfiebernd hineinversetzen. Diese Immersion schaffst du durch Sinneswahrnehmungen (sehen, riechen, schmecken, hören, fühlen). Das „Sehen“ hast du unter der Kategorie „Gefühle“ abgehakt.

Es macht Unterschiede, ob deine Geschichte an neu errichteten Schauplätzen spielt oder ob es sich um ein heruntergekommenes, modriges Bauwerk handelt. Kleine Inspirationshilfe gefällig?

  • Neubau: Geruch frisch aufgebauter Möbel, Farben und Lacke, Frische. Alles ist sauber. Das Gebäude wird bewohnt und regelmäßig gepflegt. Erinnere dich an deine zurückliegende Renovierung.
  • Bruchbude: Feuchte Luft, modriger Gestank, unansehnliches Holz/Balken. Knackender Fußboden, Windzug durch die Ritzen. Staubschicht, Spinnweben, klebrige Oberflächen. Bröckelnder Putz.

Gehe speziell auf deinen ausgewählten Schauplatz ein und erstelle den Horror-Entwicklungsbogen für jeden neuen Schauplatz. Entdeckst du Gemeinsamkeiten, die sich verbinden lassen, sodass ein rundes, einheitliches Bild des Grauens entsteht?




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Die Gefahr lauert hinter jeder Ecke

Sofern du ein Spieler bist und Horrorspiele besitzt, dann weißt du sofort, wovon ich rede. Die Angst, hinter jeder Ecke könnte das Monster lauern, treibt dich in den Wahnsinn. Hier und da gibt es Geräusche, die auf die Anwesenheit hindeuten.

Beispiel:
Das Horrorspiel „Dead Space“ von Electronic Arts/Visceral Games. Du befindest dich auf dem Raumschiff USG Ishimura und sogenannte Nekromorphs greifen dich an.
Sobald ein Luftschachtgitter zerbricht, bist du dir ihrer Anwesenheit bewusst. Dort gibt es eine Kreatur, die einen grauenvollen Schrei ausstößt und dich mit einem orange-leuchtenden Geschwür in die Luft sprengen kann.
Hörst du „Blah! Blal!“, löst das Panik aus (egal, wie man das schreibt). Wieso? Du verknüpfst den Schrei nicht nur mit einem Angriff, sondern einer tödlichen Bedrohung. Ist das Biest zu nahe, wirst du draufgehen!

Gelingt es dir, solche Gefahrensituationen in deine Geschichte zu übertragen, steigert das die (An)Spannung deines Lesers. Spielst du mit der Angst deiner Figur, zieht das den Leser mit sich. Entdecke mit meinen gezielten Fragen, wo dein Leben (und später das deiner Figur) gefährdet ist.

Empfehlung: Fallen dir auf manche Fragen mehrere Antworten oder Gefahren ein und du überlegst, welche du weiterverfolgst? Welche fliegt raus? Aber die sind alle so gut! Wie wäre es mit keiner? Nummeriere sie durch und greife die Nummerierung bei der nächsten Frage auf. Später entscheidest du, welche am sinnvollsten ist, der Rest wandert ins Archiv (und die Mühe war nicht umsonst).

Die Interaktion mit dem Schauplatz

Interagiert deine Figur mit dem Schauplatz und wie reagierst du, wenn du angegriffen wirst? Soldaten reagieren anders als Teenager, Männer anders als Frauen. Die letzte Kategorie konzentriert sich ausschließlich auf die Reaktion an diesem einen Schauplatz.

Greift dich ein Monster an, rettet dich kein Faustschlag der Welt. Wird deine Figur von jemandem gerettet – und das immer und immer wieder? Langweilig! Sorge für Optionen zur Verteidigung im Falle eines Angriffs. Ergreife die Chancen, die dir deine Umwelt bietet.

„Was wäre der schlimmste Fehler, den du an dieser Stelle machen könntest?“ Berechtigte Frage oder? Um Himmels Willen, das darf ich NIEMALS tun! Was passiert, wenn deine Figur abgelenkt wird und genau den Fehler begeht? Lass es passieren, um die Spannung zu steigern. Überlebt die Figur? Zack! Cliffhanger und neues Kapitel.

Wie geht es weiter mit dem Horror?

Wenn du mit dem Ausfüllen fertig bist und dich an die Planung deiner Geschichte begibst, kannst du einen (in Stichpunkten notierten) Leitfaden für die Szene erstellen. Das, was du nicht verwendest und nicht in die aktuelle Geschichte einfließt, integrierst du in dein Ideenarchiv.

Je öfter du die Bögen ausfüllst, desto trainierter ist dein inneres Auge. Bei Folgegeschichten wirst du seltener auf die Bögen zurückgreifen oder füllst sie schneller aus. Selbstverständlich darfst du diesen Bogen beliebig erweitern und deinen Bedürfnissen anpassen. Vergiss nicht, er ist nur eine Inspiration und nicht in Stein gemeißelt.


KS02     Entwicklungsbogen – Horror

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Entwicklungsbogen für Horror-Autoren

Entdecke, wie du deine Leser anhand einiger Fragen tiefer in das Grauen deiner Geschichte ziehst und erlebe kreative Schübe.

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Artikel zur Vorlage:

Der ultimative Entwicklungsbogen für Horror-Autoren

Verbreitung: Diese Vorlagen dürfen frei verbreitet werden, solange die Fußzeile erhalten bleibt.

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Angestellte | Autoren | Kreative


Wie findest du den Grundsatz, deinen Horror-Roman mithilfe solcher Entwicklungsbögen zu planen? Du magst den Bogen, aber es fehlt das i-Tüpfelchen? Ich würde mich über deine Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen in den Kommentaren oder auf Facebook freuen.


Marcel Niggemann

Über

Marcel Niggemann ist als Kaufmann im Einzelhandel in einer PC- und Multimedia-Abteilung tätig. Er weist eine über 20-jährige Erfahrung im EDV-Sektor auf. Seit 2008 veröffentlicht er Romane sowie Ratgeber und führt seit 2017 diesen Blog.