Kreativität entfalten: Vier einfache Übungen

Kreativität entfalten: Vier einfache Übungen

Wie können wir als Autoren Kreativität entfalten – am schnellsten und idealerweise auf Knopfdruck? Heute möchte ich dir vier schnelle Tricks an die Hand geben, wie du deine Kreativität täglich trainierst und deine Sinne schärfst.

Jeder darf seine Kreativität entfalten

Zu frischen Ideen gehört keine Magie und schon recht keine göttliche Gabe oder ein Gen, das du zwangsläufig besitzen musst. Eigentlich sind wir den ganzen Tag über kreativ unterwegs und die schnellsten Einfälle vergehen oft wie im Flug.

Schlecht nur, wenn unser Kreativzentrum genau dann, wenn wir es am nötigsten brauchen, einfach mal streikt. Dann müssen wir Kreativität entfalten, egal wie. Und genau da kommen ein paar Techniken und Tricks ins Spiel! Kreativität ist Übungssache, nicht angeboren. Lernt unser innerer Schweinehund erst einmal, dass Kreativität gar nicht so schwer ist, wird er dich unterstützen.

1. Freies Schreiben

Suche dir ein paar Begriffe oder Ideen, zu denen du deine Kreativität entfalten möchtest und schreibe frei drauf los. Was fällt dir alles zu diesen Begriffen ein? Das muss kein großer Aufsatz werden. Stelle dir einen Timer und schreibe fünf Minuten lang deine Gedanken mit.

Beispielbegriff: Kopfsache
Textbeispiel (komplett ohne Überarbeitung!): Vieles ist Kopfsache und entspringt nur unserer Einbildung. Schließlich denken wir den ganzen Tag nach und kommen auf Ideen. Und jede Idee führt zu einem neuen Ziel oder verläuft im Sande. Das sind so die Gedanken, die mir gerade bei “Kopfsache” kommen. Ach ja, denke ich zu viel darüber nach und zerbreche mir meinen Kopf über Dinge, die ich gar nicht brauche? Wann heißt es, dass ich das nicht brauche? Da es nur ein Beispiel ist, breche ich hier jetzt ab.

Vieles davon ist für einen Roman nicht brauchbar. Aber indem wir diese Energie freisetzen und unsere Kreativität entfalten, lernen wir freies und offenes Schreiben. Nicht alles muss Sinn ergeben. Ziel ist das Lösen deiner Blockaden und Freisetzen des kreativen Flows auf Knopfdruck, das Filtern ist Teil der Überarbeitung.



- WERBUNG -


2. Wie fühlt es sich an?

Bei dieser Übung geht es um Objekte oder Gefühle. Das ist für Romane besonders wichtig, sobald es in die Tiefe geht und du die Zoomstufe veränderst (vom Überblick hin zu dem kleinen Finger, an dem sich beispielsweise eine Narbe findet). Was empfindet die Figur in Momenten der Trauer oder wenn sie beleidigt wird? Wie reagiert sie auf Wut? Was lösen lachende Menschen bei ihr aus? Flippige Menschen, die vor guter Laune nur so strotzen.

Alternativ muss es sich nicht um Gefühle drehen, sondern Objekte. Ist die Oberfläche glatt oder rau? Heiß oder kalt? Klebrig? Wie sieht die Form aus – wie fühlt sie sich an, sind die Kanten etwa scharf oder abgeflacht? Kreativität entfalten heißt Lebendigkeit. Den Detailreichtum bestimmst du selbst und daher ist es im Roman wichtig, sich auf die wichtigsten Eigenschaften zu beschränken. Bei unserer Übung jedoch kommt es nur auf flüssiges und blockadefreies Schreiben an.

3. Schreibe deine Gedanken auf

Jeder Gedanke zählt und genau darum geht es. Schreibe fünf Minuten lang jeden Gedanken mit, der dir durch den Kopf geht. Oder diktiere deinen Gedankengang in ein Diktiergerät oder Smartphone und höre es dir später an. Ziel ist es, deine Gedanken nachzuverfolgen und zu entdecken, wie schnell du die Themen wechselst.

Lässt sich dieser Effekt auf deine Figuren übertragen? Hilft dir das dabei, deine Dialoge oder Monologe zu verbessern? Was passiert, wenn deine Figuren ihre Kreativität entfalten? Ich tue mich manchmal schwer mit den Gedanken meiner Figuren und komme nicht drauf, worüber sie genau nachdenken. Vieles davon überarbeite ich, aber im Ersten Entwurf fehlen so manche Dinge. Vermutlich geht es jedem Autoren so …



- WERBUNG -


4. Beschreibe das Bild

Suche dir Fotos bei Google und beschreibe, was du darauf siehst. Suche dir viele Details raus und dann gehst du auf jedes Detail näher ein. Ich arbeite auch mit dieser Technik und zwar in Form von Videospiel-Screenshots. Diese nutze ich in meinem Orakelsystem als Motivation für neue Situationen.

Das ermöglicht dir nämlich eine Meistertechnik, mit der sich deine Kreativität entfalten lässt: Visualisierung.

Allein über diese kleinen Details generierst du jede Menge neuer Geisterblitze und siehst Dinge, an die du während des Schreibens gar nicht gedacht hättest, weil dir das Bild vor Augen fehlte – der Mangel an Vorstellungskraft und Räumlichkeit. Indem du Details beschreibst, prägst du dir immer mehr davon ein.

Kleines Beispiel? Ein zerbrochenes Fenster. Das könnte eine komplett eigenständige Geschichte ausmachen! Wurde jemand durchs Fenster gestoßen und ermordet oder wurde er verletzt? War jemand eingesperrt und das Zerbrechen des Fensters schenkte ihm Flucht und Freiheit? Hinter jedem Detail könnte eine Geschichte stecken. Finde sie!


Steckst du oft in Blockaden fest? Teile jetzt deine Meinung auf Facebook mit uns!


Marcel Niggemann

Über

Marcel Niggemann ist als Kaufmann im Einzelhandel in einer PC- und Multimedia-Abteilung tätig. Er weist eine über 20-jährige Erfahrung im EDV-Sektor auf. Seit 2008 veröffentlicht er Romane sowie Ratgeber und führt seit 2017 diesen Blog.