111Wie du das "Muss" aus deinem Leben streichst

Wie du das “Muss” aus deinem Leben streichst

„Ich muss das tun“ und „ich muss noch eben“ – wie oft hörst du dieses Wort in deinem alltäglichen Leben? Oder noch wichtiger: Wie oft verwendest du das Wort „muss“ im sprachlichen Gebrauch und setzt dich unnötig unter Druck? Das Leben ist viel entspannter, sobald du mit dem selbstaufgebauten Stress aufhörst.

Die echte Bedeutung von „muss“

Strenggenommen steht hinter der Bedeutung des Wortes ein Zwang, denn es führt kein Weg daran vorbei. Beispielsweise kann ich mir nicht aussuchen, ob ich Steuern zahle oder den Tank meines Autos auffülle. Zahle ich meine Steuern nicht, lande ich im Bau – fülle ich den Tank nicht, bleibe ich stehen. Ich „muss“ also zahlen und tanken. Daran führt kein Weg vorbei!

Ab jetzt gibt es eine Änderung in deinem Leben. Achte nämlich bewusst auf die Verwendung des Wortes „muss“ in deinen Sätzen und Aussagen sowie denen deiner Mitmenschen. Reflektiere jedes Mal, ob es wirklich sinnvoll ist oder du es nur aus Gewohnheit sagst. Vielen fällt es leichter, zunächst an Mitmenschen Kritik zu üben und somit Achtsamkeit an ihnen zu trainieren (sprich nur nicht sofort jeden darauf an!).

„Ich muss heute Abend noch für Martin xy machen“ ist freiwillig, denn tust du deinem Freund einen Gefallen, könntest du ihm auch absagen. Somit ist der Gefallen einfach nicht zwingend. „Ich muss heute noch staubputzen“ ist ebenso kein direkter Zwang. Morgen ist auch noch ein Tag.



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Sinnvolle Verwendung von “muss”

Das bringt uns wieder auf den Punkt zurück: die sinnvolle Verwendung des Unworts. Ich habe mir angewöhnt, das Wort seltener einzusetzen, nämlich nur dann, wenn etwas zwingend erledigt werden “muss” und kein Weg daran vorbeiführt. Manchmal sage ich bewusst zu meinem Gesprächspartner, dass hier das Wort “muss” zutreffend ist, weil es anders nicht geht.

Andernfalls baust du Druck auf, weil du so viele Dinge regelmäßig erledigen “musst”, ohne dass eine tatsächliche Grundlage dafür existiert, wieso die Welt infolge deiner Untätigkeit untergehen würde. Du könntest viele Dinge auch einfach sein lassen und dich auf die für dich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren.



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Die druckfreie Alternative: “sollte”

Meine Alternativen bestehen aus den Wörtern “sollte” und “werde”. Hierdurch nehme ich mir den unterbewussten Druck und auch die Vorwürfe, wenn ich die “muss”-Sache nicht geschafft habe, gehören der Vergangenheit an.

Zusätzlich schärfst du durch diese Änderung dein Bewusstsein für Prioritäten. Alles, was du als “ich muss” einstufst, gewinnt höhere Bedeutung und wird vorrangig in deinem Unterbewusstsein behandelt.

Aus Erfahrung weiß ich, dass die Umstellung einige Zeit in Anspruch nimmt und du dein Bewusstsein für den Gebrauch der neuen Worte schärfen musst. Also bitte, mache dir keine Vorwürfe, falls sich ein “muss” dort einschleicht, wo es nicht hingehört.

Besonders interessant ist es bei Freunden, Verwandten und Kollegen. Achte mal darauf, wie oft sie “muss” sagen – auch bei Vorwürfen – und wie häufig das Wort überflüssig ist. Zudem klingt es aggressiver, Vorwürfe mit unserem Unwort des Tages auszusprechen und wir fahren automatisch unsere Barrikaden hoch, kommt uns einer krumm, weil wir unterbewusst “muss” wahrnehmen. Wir empfinden es also als einen Zwang, der Aufforderung nachzukommen. Sie ist eine Aufforderung! Sage ich “du solltest” oder “ich empfehle dir”, so würdest du es wahrscheinlich als Ratschlag auffassen, der dich nicht kritisiert.

Wir leiden genügend unter Stress und auch zu dem Thema wirst du bald einen neuen Ratschlag von mir hören. Er ist klein, aber hat große Wirkung!


Gehört es zu deinen Lieblings- oder Hasswörtern? Teile jetzt deine Meinung auf Facebook mit uns!


Marcel Niggemann

Über Marcel Niggemann

Marcel Niggemann ist als Kaufmann im Einzelhandel in einer PC- und Multimedia-Abteilung tätig. Er weist eine über 20-jährige Erfahrung im EDV-Sektor auf. Seit 2008 veröffentlicht er Romane sowie Ratgeber und führt seit 2017 diesen Blog.